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Borreliose – eine Krankheit im wissenschaftlichen Dissens

Mit steigenden Temperaturen steigt die Gefahr, sich mit einer durch Zecken übertragenen Krankheit zu infizieren. Ab 6°C, also bei milden Temperaturen, auch im Winter, werden die meisten in Deutschland heimischen Zecken aktiv.
In Deutschland ist vor allem die, als Holzbock (Ixodes ricinus) bekannte Zecke, als Verbreiter tückischer, unter Umständen langwieriger Erkrankungen des Menschen gefürchtet. Hier ist in erster Linie die Borreliose (auch Lyme-Krankheit) zu nennen, eine durch Bakterien (Borrelien) hervorgerufene Infektionskrankheit, die alle Körpersysteme betreffen kann. Borrelien kommen in Deutschland und in den anderen europäischen Ländern in mehreren Unterarten vor, die nur nach genauerer Untersuchung voneinander unterscheidbar sind (z.B. Borrelia burgdorferii, afzelii, garinii, valaisiana, lusitaniae, bissettii, spielmannii, bavariensis).
Es mehren sich allerdings die Belege, dass der Holzbock nicht der alleiniger Überträger ist. Auch einige Vertreter der Insekten wie Bremsen und Mücken stehen zunehmend im Verdacht Borrelien zu übertragen. Zecken übertragen nicht nur Borrelien, sondern auch andere Bakterien wie Bartonellen, Rickettsien, Babesien und andere krankmachende Viren und Einzeller, die als sogenannte Co-Infektionen zusammengefasst und bei der Behandlung mit in Betracht gezogen werden müssen.
Die Borreliose wird klassisch in mehrere Erkrankungsstadien eingeteilt:

Zeckenstich / Akute Infektion:
Erfolgt ein Zeckenstich sollte die Zecke schnellstmöglich entfernt werden und entschieden werden, ob darüber hinaus Maßnahmen erfolgen sollten. Rötet sich die Haut innerhalb weniger Tage in Umgebung der Stichstelle (Wanderröte oder Erythema migrans) kann man sicher davon ausgehen, dass Borrelien auf den Menschen übertragen wurden.

Daraus ist nicht ableitbar:ob das Immunsystem des Betroffenen sich erfolgreich mit der Infektion auseinandersetzt und die Erreger eliminiert,ob noch andere Krankheitsüberträger, sogenannte Co-Infektionen übertragen wurden, ob die Infektion serologisch (im Labor) nachweisbar ist.
Allerdings sollte so schnell wie möglich eine antibiotische Therapie eingeleitet werden und je nach Situation des Betroffenen (evtl. Berufserkrankung, Unfallversicherung) der Versuch einer serologischen Diagnosesicherung (Labornachweis) erfolgen.

Problematisch sind Beobachtungen und Untersuchungen nach denen sich nicht immer ein Erythema migrans ausbildet. So wird in der Literatur angegeben, dass sich in 20 bis 50% keine Wanderröte (Erythema migrans) zeigt oder von den Betroffenen nicht wahrgenommen wird. Deshalb ist im Einzelfall nach erfolgtem Stich, eine antibiotische Kurzzeitprophylaxe zur Vermeidung einer Infektion zu erwägen.

Akute Borreliose
Die klinischen Anzeichen einer das Gesamtsystem betreffenden Borrelien-Infektion sind sehr unterschiedlich und vielfältig.
So bemerken Patienten in den frühen und akuten Stadium Symptome einer leichten „Sommergrippe“ mit Kopf- und Gliederschmerzen, unter Umständen mit Fieber, die aber leider sehr häufig auf eine harmlose Erkältung zurückgeführt werden.

Akute Neuroborreliose

Bei dieser Form der Borreliose kommen zu diesen Allgemeinsymptomen teilweise neurologische Störungen hinzu, z.B.Kopfschmerzen,Nervenausfälle, z.B. Facialisparese (Schwäche oder vollständige Lähmung der mimischen Muskulatur einer Gesichtshälfte, die sich als hängende r Mundwinkel, inkompletten Mundschluss und Lidschluss zeigt), Starke Rückenschmerzen (ähnlich wie Bandscheibenschäden)Missempfindungen.
Dann spricht man auch von der akuten Neuroborreliose (Befall des Nervensystems). In diesem Stadium fühlen sich die Patienten oft sehr krank und suchen aufgrund der Heftigkeit der Symptomatik einen Arzt auf. Kann der Zusammenhang zu einem Insektenstich hergestellt werden, fällt es meist leicht eine entsprechende Diagnose zu stellen. Auch hier ist die antibiotische Behandlung Mittel der Wahl und kann, wenn sie richtig und lange genug durchgeführt wird, meistens eine Chronifizierung der Erkrankung verhindern.

Chronische Borreliose oder Post-Lyme Erkrankung

Wird die Diagnosestellung in den Frühstadien versäumt oder unzureichend behandelt, kann es zur Chronifizierung der Erkrankung kommen.

Da häufig, aufgrund verschiedener Konstellationen, eine Diagnosestellung in der Frühphase nicht erfolgt:Patient bemerkt den Zeckenstich oder einen anderen Insektenstich nicht,es bildet sich keine Wanderröte (Erythema migrans) aus,die Wanderröte (Erythema migrans) ist untypisch, wird nicht bemerkt oder wird falsch interpretiert,die Erstsymptome werden als harmlose „Sommergrippe“ eingeordnet und nicht behandelt oder falsch behandelt,es finden sich trotz Verdachtsdiagnose keine „serologischen Beweise“ für eine Infektion, so dass keine Nachverfolgung oder keine Therapie erfolgt, kommt eine Chronifizierung der Erkrankung gar nicht so selten vor. Verschiedenen Quellen rechnen mit ca. 20% chronisch infizierter Patienten.
Auch bei Patienten bei denen die Diagnose Borreliose oder Lyme-Krankheit erfolgte und die entsprechend behandelt wurden, entwickelt sich gelegentlich ein chronisches Krankheitsstadium. Ob die Therapie unzureichend bezüglich der Länge der Therapie oder der ausgewählten Medikamente war, wird dabei diskrepant diskutiert.
Patienten mit einer chronischen Borreliose entwickeln zunehmend eine unterschiedliche Anzahl unspezifischer Symptome wie Gelenkschmerzen, Gelenkschwellungen, Muskelschmerzen, Muskelzittern, Muskelkrämpfen, Kopfschmerzen, wandernde Schmerzen im gesamten Körperbereich, Schmerzen der Fußsohle, Nervenstörungen wie Missempfindungen, Taubheit der Haut, Geschmacksstörungen, Schwitzen, Veränderungen der Leistungsfähigkeit wie Konzentrationsstörungen, Wortfindungsstörungen, „benebelt sein“, psychischen Veränderungen und vielen anderen Veränderungen. Gemeinsam ist allen Symptomen, dass diese bei zahlreichen anderen Krankheitsbildern auch auftreten können, weshalb die Diagnosestellung nicht einfach ist. Klicken Sie hier, um zu einem Fragebogen zu gelangen, der Ihnen dabei hilft einzuschätzen, ob Ihre Symptome auf eine Borreliose hindeuten können. [30 KB]

Die o.g. Stadieneinteilung ist nicht immer hilfreich, da sich eine Borreliose sehr oft atypisch verhält. Das heißt, die frühen Symptome müssen gar nicht auftreten, oder es geht plötzlich z.B. mit einem hängenden Mundwinkel, mit akuten Rückenschmerzen, mit starkenm Fieber oder mit den Zeichen einer Hirnhautentzündung los oder die ersten Beschwerden die bemerkt werden, sind die untypischen Beschwerden einer chronischen Infektion.

Wissenschaftlicher Dissens
In Europa und in den USA tobt seit Jahrzehnten ein erbitterter Streit, über die meisten Aspekte der Borreliose. Anstatt die Erfahrungen und Kräfte zu bündeln, um all die offenen Fragen im Interesse der Patienten wissenschaftlich zu untersuchen und emotionslos zu bewerten, streiten sich Wissenschaftler und Ärzte darüber, ob eine Borreliose ohne Wanderröte überhaupt auftreten kann, ob es eine chronische Form gibt und wie man die Borreliose behandeln sollte.